Feliz Navidad!

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weihnachtsgrussPünktlich zu Weihnachten sind wir in Cusco mit seiner wunderschönen Altstadt und dank der Nähe zu Machu Pichu mit seinen vielen Touristen und Backpackern. Wir sind in einem tollen Hostal untergebracht, wo es mehr als genug Amigos gibt, mit denen wir Heiligabend verbringen werden. Morgen früh um 7 (nicht gerade meine Lieblingszeit) geht dann unsere Machu Pichu Tour los. Ansonsten haben wir die Tage in Cusco mit shoppen verbracht. Wir sind also mit Weihnachtsgeschenken für uns und natürlich auch für die Lieben zuhause versorgt.

Ich wünsche euch allen ein schönes Fest und hoffe jeder kann es seinen Wünschen entsprechend verbringen!

Ganz liebe Grüsse aus Cusco!
Anne

Grenzübergang im Dunkeln

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grenzuebergangMit einem (zumindest von meiner Seite aus) überemotionalen Abschied am Busterminal endete die gemeinsame Zeit mit Santy in seiner Heimatstadt Guayaquil. Natürlich hat er vorher noch Sorge getragen, dass wir das richtige Ticket für den Grenzübergang nach Peru haben.
Meine Erinnerungen reichen nicht bis in die Zeit zurück, in der man in Europa noch aufwändige Grenzformalitäten zwischen den Ländern zu erwarten hatte. Schon als kleiner Knopf im Auto währrend der Fahrt zum alljährlichen Frankreich-Camping-Urlaub fiel mit auf, dass man an der Grenze lediglich langsamer fahren musste. Deswegen war ich um so aufgeregter, dass nun für mich der erste Grenzübergang auf dem Landweg überhaupt anstand, bei welchem man auch noch ernsthafte Formalitäten zu erledigen hatte (Grenzübergänge per Luft/mit Stempeln im Flughafen zählen ja wohl nicht).
Schon im Bus teilte man die nötigen Papiere aus, die wir mit unseren Personen-/Aufenthalts-/Einfuhrangaben ausfüllen mussten. Laut Reiseführer hätte alles ganz einfach sein müssen. Der Bus wäre mit uns zur Grenze gefahren, wir wären ausgestiegen, um uns von Ecuador auszustempeln und uns beim Nachbarbüro wieder für Peru einzustempeln. Und für circa 98 von 100 Reisenden läuft es wohl auch genauso. Blos leider gehörten wir zu den anderen 2%.

grenzuebergang1Nach ungefähr 4 Stunden Busfahrt stellte sich irgendwann der Kartenkontrolleur in den Mittelgang und verkündete irgendetwas. Da sein Gesichtsausdruck und seine Tonlage nicht wirklich emotional geladen waren oder für die Wichtigkeit seiner Botschaft sprachen, hörte ich nur halb hin. Ich hatte mit irgendwas banalem gerechnet. Wie zum Beispiel, dass noch eine kurze Pinkelpause vor der Grenze eingelegt wird oder dass wir die ausgefüllten Formulare griffbereit halten sollen.
Um so grösser war der Schock als im Smalltalk/Nebenbei-ton verkündete, dass das Licht des Busses nicht funktioniere und wir deswegen zur letzten Stadt zurückkehren müssten. Draussen war die Sonne bereits untergegangen und dementsprechend schnell griff die Dunkelheit um sich. Danke eines Schildes, welches ich im Halbdunkeln gerade noch lesen konnte, wusste ich, dass wir nur noch 5km vom Grenzgebäude entfernt waren. Obwohl laut Ankündigung geplant war umzudrehen, rasten wir weiterhin auf der kerzengeraden Strasse durch die Dunkelheit. Es war wenig bis gar nicht verwunderlich, dass ein grosser Bus, welcher im Dunkeln gänzlich ohne Licht auf die Grenze zusteuert, von der Polizei angehalten wird. Nach einer kurzen, sehr deutlichen Unterredung wurden wir vom Polizeimotorrad zurück bis zu den Anfängen der Strassenbeleuchtung eskortiert. Ab dort war es ein Leichtes für den Bus auch ohne eigenes Licht zurück zum Terminal der Grenz-Geisterstadt Huaquillas zu gelangen.

Nun hiess es erstmal “Aussteigen!”! Natürlich gab es keine genauen Informationen wie es für uns zahlenden Fahrgäste (konnte man nicht genug betonen, denn ich hatte wenig Lust nochmals für den Transport nach Tumbes zu zahlen) weitergeht. Meine Hauptsorge bestand jedoch darin, dass unsere Rucksäcke noch immer im Gepäckfach des Busses lagen, weshalb ich während der gesamten Wartezeit im Alarmmodus war um sofort losrennen zu können, falls der Bus auf die Idee gekommen wäre loszufahren. (Vielleicht sollte ich damit aufhören Dinge/Maschinen zu personalisieren…)

grenzuebergang2Nach nur 45 Minuten warten geschah das Unfassbare: Wie angekündigt kam ein kleiner Transporter, um uns über die Grenze zu bringen!
Die Grenze selbst sah aus wie ein riesiger Parkplatz mit einer kleinen Rast-/Tankstelle. Das Grenzgebäude hatte riesige Fenster, einen eiskalten, weissen Plattenboden und vier Schalter mit 4 gelangweilten Grenzbeamten. Hinter jedem Grenzbeamten stand ein Polizist um Erstgenannten zu überwachen. So schafft man Arbeitsplätze!
Zweimal wurden unsere Namen abgeschrieben; zweimal wurde unser Pass gestempelt.
Und schon ging es zurück in den Bus.

Gegen 10 Uhr abends kamen wir in der ominösen Grenzstadt Tumbes an. Die Preise betrugen auf einmal das 10fache des Normalen und auch das Gefühl in den nächsten fünf Minuten bis auf die Unterhosen ausgeraubt zu werden hatte sich um einiges vervielfacht, weshalb wir an unserem Plan festhielten im 2 Stunden südlicher gelegenen Badeort Mancora die Nacht zu verbringen. Einige harte Verhandlungen später teilten wir uns mit zwei Kolumbianern und einem Dänen den Transport. Völlig erschöpft (vom Nichtstun) fielen wir in ein gemütliches Hostelbett.
Erst am nächsten Morgen konnten wir so richtig sehen wo wir eigentlich gelandet waren. Ein erster Strandspaziergang versöhnte uns mit den Strapazen des Vortages und liess erneut Urlaubsstimmung und Vorfreude auf leckere Meeresfrüchte aufkommen!

Wir waren tatsächlich in Peru!

P.S. Das war der schrecklichste Artikel zum Abtippen aller Zeiten! Die Tastatur kann keine Umlaute und ich musste sämtliche “ä”s,  ”ü”s  und “ö”s  von der Wikipediaseite über Umlaute herauskopieren! Ausserdem hat auch das grosse “G” nicht mehr funktioniert; ausgesprochen toll bei einem Text über einen Grenzübergang!

Heimatgefühle in Ecuadors verkannter Perle im Süden

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HeaderguayaquilNoch vor knapp 12 Monaten war ich froh, wenn ich das Land Ecuador dem richtigen Kontinent zuordnen konnte, weshalb es wenig verwundert, dass ich auch nicht wusste, woher genau aus Ecuador mein Studienkollege Santiago eigentlich stammt. Als es sich durch einige unglückliche Zufälle phänomenaler Weise ergab, dass ich wir uns zeitgleich in Ecuador aufhielten, stand es natürlich fest, dass ich ihn besuchen würde. Doch ein erster Blick in meinen digitalen Reiseführer (man kann die Vorteile eines E-book-Readers auf Reisen nicht genug betonen!) dämpfte meine Vorfreude auf das lang herbeigesehnte Wiedertreffen ein wenig: Seine Heimatstadt Guayaquil wurde als dreckig, hässlich und gefährlich beschrieben; von Touristen nur zur Durchreise zu den weltbekannten Galapagosinseln genutzt. Da ich mich aber nach der LagunaUmquerung (beim Gedanken daran stellen sich mir immer noch die Haare auf) vorallem auf den angekündigten Jacuzzi und nette Gesellschaft freute, setzte ich mich trotzdem frohen Mutes in den Bus um 9-Halbschlaf-Stunden später im angenehm warm bis heiss temperierten Guayaquil anzukommen und nach langer Zeit der Entbehrung mal wieder einen Freund in die Arme schliessen zu können.

Schon bei der ersten Fahrt vom Terminal zum Haus von Santys Eltern musste ich dem Reiseführer eindeutig widersprechen. Alles sah ordentlich, gepflegt und poliert aus. Nicht ganz so schnuckelig wie Quito, dafür dadurch dass sich alle offensichtlich so viel Mühe mit dem optischen Erscheinungsbild ihrer Stadt geben, irgendwie sympathischer.
Neben dem erfreulicherweise auf den ersten Blick doch recht hübschen Guayaquil (ich hab ewig gebraucht um mir den Namen zu merken geschweige dessen ihn zu schreiben) gab es an diesem Ankunftstag noch 2 weitere Überraschungen. Zum einen übertraf das super zentral gelegene Wohnhaus mit seinem Pool, Garten und Panoramaausblick sämtliche meiner aufgrund verschiedenster Erzählungen eh schon hohen Erwartungen! Und zum anderen schafften Santy und seine auf hinreissende Art und Weise etwas anderen Eltern etwas woran ich fast nich mehr geglaubt hatte: 10.000km von meinem eigentlichen Zuhause entfernt, fühlte ich mich ohne Rückhalte willkommen und für einige Zeit in eine Familie aufgenommen. Und zu meiner grössten Freude wurde in dieser Familie auch noch geredet! So richtig kommuniziert! Ich hatte schon vergessen, wie schön es sein kann generationsübergreifend an einem Tisch zu sitzen, zu essen, zu lachen und nicht zu vergessen: zu trinken (immerhin sass ein Bierbraumeister mit dabei).

guayquil2

In Ermangelung eines festen Reiseplanes, da Pati sich nach ihrem Cotopaxi-Besteigungsabenteuer erst mal erholen musste und weil es einfach zu schön war, wurden aus angedachten 3  mal eben 5 Tage Besuchszeit. Es ist natürlich immer etwas besonderes von einem Einheimischen herumgeführt zu werden, aber nach meinem Aufenthalt kann ich wirklich sagen: dank  vermutlich sehr umfangreicher Investitionen hat sich Guayaquil den schlechten Ruf, den es vorallem unter Reisenden noch immer hat, wirklich nicht mehr verdient! Mit seiner auf Hochglanz polierten Kombination aus Park und Flusspromenade aka Malecon 2000 ; mit seinem auf einem Hügel gelegenen Kunstgallerie/Bar-Viertel Cerro Santa Ana, welches auf der Spitze von einem Leuchtturm gekrönt wird, fast so wie das “i-Dipfele” das i vervollkommnet; mit seinem dank dem Präsidenten kostenlosen Parque Historico voller faszinierender Tiere und Folklore-Veranstaltungen und natürlich mit seinen Bewohnern war Guayaquil eindeutig das Highlight meines viel zu kurzen Ecuadors Aufenthaltes (man muss sich ja auch Aufgaben und Gründe zum Wiederkommen aufheben).

Neben den städtischen Besichtigungen war die gemeinsame Zeit mit Santy und seiner Familie natürlich ein ausschlaggebender Faktor warum es mir dort so gut gefallen hat. Mit Santy war ich auf einer studentischen Farb-Party (ich moechte es fast nicht zugeben, aber sogar mit den schrecklichen rosa Flecken schaffe ich es nicht eines meiner Lieblings-tshirts wegzuschmeissen); zum gemeinsamen Frühstück gab es ganz im Sinne der Adventszeit Lebkuchen und am 6. Dezember sogar einen kleinen Nikolaus. Die Abende klangen meist im Jacuzzi oder im Haus mit original-ecuadorianischen Kartenspielen aus.
Meine Lieblingsmomente waren aber trotzdem die Autofahrten von A nach B (meistens auch noch über C, immerhin gibt es immer irgendwas zu besorgen). Einfach das Freiheitsgefühl mit einem Freund im Auto zu sitzen, durch die Gegend zu düsen, durch den Fahrtwind ein wenig Abkühlung zu bekommen und im Seitenspiegel zu sehen, dass man das Dauergrinsen wohl doch noch nicht so ganz verlernt hat.

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So viel zu Ecuador!
Gerade sind wir schon im Süden Perus bei Arequipa (schrecklich dass diese schöne Stadt fast genauso heisst wie dieses schreckliche Arequipe-Geschmiere!). Ich hinke in der Berichterstattung also etwas hinterher. Wie immer halt. Demnächst berichte ich von einem abenteuerlichen Grenzübergang im unfreiwilligen Dunkeln und von einer sehr abwechslungsreichen Woche in den Wüsten Perus.

Un abrazo,

Anne aka Pfeffi

P.S. Nach so viel positiven Gefühlsausschweifungen will ich nun nicht mehr hören, dass ich zu unemotional berichte :-P
P.P.S. Merkwürdigstes, bisher gesichtete Reise-utensil: Eine Anti-Cellulite-Rolle! Wer dafür Platz im Rucksack hat, weiss ich auch nicht!

Die Rettung: Vanilleeis mit heißen Himbeeren

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vanilleeisLaut Legende besitzt die Laguna de Quilotoa, welche auf 3800m Höhe in einem Vulkankrater gelegen ist, keinen Boden.
Ihr beeindruckender Anblick war es, der uns nach fast 6 Stunden Busfahrt (durch zugegebenermaßen abwechslungsreiche Berglandschaften) wieder mit der Welt versöhnte.
Bei einem ersten, kurzen Besichtigungsausflug zur Laguna begegneten wir einem freundlich aussehenden Pärchen, welches den Angaben des Reiseführers widersprach und eine Krater-Umrundung mit 3 bis 3,5 Stunden angab. Auch schwierigkeitsgradmäßig sollte es absolut machbar sein.
Um ein wenig vorweg zu greifen: Sollte ich diesen beiden Menschen nochmals begegnen, würden sie nicht gerade die pazifistische Seite meines Charakters kennenlernen.

Bild1Wir mieteten uns für die Nacht in einem urig anmutenden Hostel ein und entspannten uns bei unzähligen Tees mit Kamille/Honig-Geschmack. Gewärmt vom zimmereigenen Standkamin standen wir trotzdem in aller Frühe auf um uns den Sonnenaufgang in der panomaresken (ich glaube dieses Wort habe ich mir ausgedacht, aber man soll ja Kreativität nicht unterdrücken) Hochlandschaft nicht entgehen zu lassen.

Nach einem stärkenden Frühstück gingen wir gutgelaunt mit der Sonne im Rücken die vermeintlich kleine Wanderung an.
Die ersten zwei bis drei Ansteigungen waren absolut machbar, auch wenn ich aufgrund der dünnen Luft klang wie eine Dampflok. Der Weg war leider nicht immer ganz eindeutig, weshalb es kam wie es kommen musste: Wir liefen bergab und dass wir genügend Luft hatten um Lieder des Queen Musicals und von Fanny van Dannen zu singen, hätte eigentlich Hinweis genug sein sollen, dass wir uns verlaufen hatten!
Viel zu spät blickten wir dieser Tatsache ins Auge, weshalb wir uns gute 30 Minuten durch Sträucher und Gestrüpp wieder nach oben an den Kraterrand kämpfen mussten. Etwa in der Mitte dieses kräftezehrenden Aufstiegs verließ mich meine Wanderlust des Tages.
Wir hatten nicht mal die Hälfte erreicht.
Stundenlang ging es in der inzwischen gewohnten Manier weiter: Jedem furchtbaren Anstieg folgte ein gefährlicher Abstieg und ein viel zu kurzes, planes Wegstück.

Da es für mich wie so oft eher zu einer Frage des Willens statt der Kondition wurde, fing ich an zu versuchen mich selbst zu motivieren.
Dabei bediente ich mich allen Klassikern:
- Du musst nur wollen, dann kannst du alles schaffen!
- Indianerherz kennt kein Schmerz!
- Der Schmerz entsteht nur im Gehirn!
- Wenn du das geschafft hast, wirst du dich toll fühlen!
- Andere haben das auch schon gemacht!
Keiner dieser Denkansätze konnte den permanenten und vorallem viel stärkeren Gedanken vertreiben: WIESO mache ich das? In Deutschland käme ich nicht einmal auf die Idee den Weitenunger Baggersee zu umrunden; wieso genau habe ich geglaubt ich könnte diesen Krater mit all seinen Anstiegen ablaufen? Und überhaupt habe ich KEINE Lust mehr hier hoch zu laufen! All dies trug nicht gerade zu meiner Laufgeschwindigkeit bei. Mein einziger Trost war, dass meine Mitleidenden/Mitlaufenden auch nicht weniger zu kämpfen hatten.

Beim heftigsten Aufstieg, der den Beginn des letzten Drittels markierte, suchte ich sogar nach dem sportlichen Erbe meine Mutter in meinen Genen. Irgendwo musste dieser fast schon kranke Ehrgeiz in Bezug auf sportliche Herausforderungen doch stecken! Leider Fehlanzeige.
Während ich mich (sehr langsam) dem Gimpfel näherte, fragte ich mich warum Menschen Berge besteigen. Viele berichten von einem unglaublichen Gefühl, wenn man den Gipfel erreicht hat. Dieses Gefühl sei angeblich all die Strapazen, die man auf sich genommen hat, wert und werde gegrönt von der bestechenden Aussicht, die man hat.

Meine Meinung dazu, die mir etwa 30m unter dem Gipfel bewusst wurde: Alles Schwachsinn!
Vanilleeis mit heißen Himbeeren gibt mir auch ein gutes Gefühl! Wenn dann noch ein Schluck Kirschwasser (für’s Geschmäckle) dazugegeben wird, steigert sich das Ganze sogar zu einem hervorragenden Erlebnis! Und schöne Aussichten bekommt man auf jedem Aussichtsturm! So einen gibt es sogar in Eisental! (Mag sein, dass ich in diesem Moment zu Übertreibungen neigte.)
Wieso musste ich also gerade mit diesem verfluchten Berg kämpfen, wenn irgendwo ein Vanilleeis mit heißen Himbeeren auf mich warten könnte?!

Und auf einmal war er da. Der eine Gedanke, der mich motivieren konnte. Der eine Gedanke, der mich weiterhin einen Fuß vor den anderen hat setzen lassen:
Wenn ich jetzt stehen bleibe, kann ich nie mehr Vanilleeis mit heißen Himbeeren essen!
Uns so schleppte ich mich weiter. Trotz Dreck im Gesicht; trotz bereits glühenden Sonnenbrands auf der Kopfhaut; trotz schmerzenden Beinen, trotz fehlenden Willens und trotz quälenden Dursts.
Und obwohl ich fast nicht mehr geglaubt hatte es aus einiger Kraft schaffen zu können, kam ich an!

Die These, dass man durch große Glücksgefühle vorangehende Schmerzen vergisst, ist für mich weiterhin nicht tragbar! Klar war ich stolz, dass ich es geschafft hatte.
Vergesse ich deswegen, wie schlecht es mir ging? NEIN!
Möchte ich gerne ein Vanilleeis mit heißen Himbeeren? JA!

Eine weitere Motivation auch die letzten schlimmen Berge noch zu bewältigen, war die Aussicht am nächsten Tag mit meinem Studiums-Ecuador-Freund Santy in seinem hauseigenen Jacuzzi sitzen zu können und in der Gegenwart eines wohlbekannten Menschen mal wieder entspannen zu können. Und dank meines erfolgreichen Zieleinlaufs kam es auch dazu!
Zur Perfektion des „Day-after“ gingen wir in der herrlichen Hitze Guayaquil’s ein Eis essen. Ich hatte Bitterschokolade und Kiwi mit Vollmilchschokolade überzogen. Fast so gut wie Vanilleeis mit heißen Himbeeren!

02Hier in der größten Stadt Ecuadors genieße ich nun die Tage mit Santy und seiner herzensguten Familie, während Pati den Cotopaxi ( einen schneebedeckten Vulkan über 4000m) besteigt. Bei jedem Schluck des gestrigen Maracuja-Caipirinhas dankte ich mir selbst dafür diese Wanderung gemacht und überstanden zu haben und nun die verdiente Belohnung zu bekommen.

Ich hoffe, ihr müsste gerade nicht allzu sehr frieren, während ich hier die Schweissflecken meines Doors-Tshirts intensiviere!

Un abrazo muy fuerte,
Anne

P.S. Erstens: Ja ich weiß, ich hab nen furchtbaren Sonnenbrand :P
Zweitens: Manche, bestimmte Leute sind ja der Meinung, dass Vanilleeis mit heißen Himbeeren ein langweiliger Nachtisch ist. Diesen Menschen muss ich hier nochmals mit aller Deutlichkeit widersprechen!

 

Bienvenido a Ecuador!

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Auch ohne tragischen, emotionalen Abschiedeintrag (der vielleicht noch nachgereicht wird) ist es inzwischen eine Tatsache:

Ich habe meine temporaere Wahlheimat Kolumbien nach 11 Monaten verlassen und befinde mich auf meiner Abschlussreise, die mich zu guter Letzt wieder nach Deutschland fuehren wird. Aber bevor es soweit ist, werde ich mir noch ein wenig mehr vom suedamerikanischen Kontinent zu Gemuete fuehren (entschuldigt die fehlenden Umlaute, aber ich glaube das Hostel wuerde sich nicht freuen, wenn ich den PC auf “Deutsche Tastatur” umstelle).

Gestern am 01. Dezember ging es los. Nach einer erstaunlicherweise problemlosen Zoll/Grenzkontrolle am Flughafen sind wir (Patricia, Leonie und ich) in Ecuadors Hauptstadt Quito angekommen.
Die ersten Eindruecke lassen sich folgendermassen zusammenfassen:

1. Die Haeuser/Gebaeude sehen ganz anders aus als in Kolumbien. Sehr viel weisser und groessere Fenster.

2. Auch die Ecuadorianer sehen ganz anders aus ;)

Dank Pati’s Ecuador-Kontakten wurden wir auch gleich wieder aus Gringolandia  in die wunderschoene Altstadt von Quito entfuehrt. Dort wurden wir zum Aufwaermen erstmal mit Canelazo (erwaermter Saft mit Schnaps) versorgt und durften einem original ecuadorianischen Folklorekonzert lauschen.

Ums kurz zu machen: Uns gehts gut, alle Familien/Eltern/Freunde koennen aufhoeren sich Sorgen zu machen. Wir haben hier alles bestens im Griff! Als Beweis hierfuer wuerde ich gerne das folgende Video anfuehren.

Alles Liebe diesmal aus Ecuador

Anne

4-72 -eine kolumbianische Postgeschichte-

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Ich weiss, dass ich im Allgemeinen etwas leichtfertig mit den Verben „lieben“ und „hassen“ umgehe. Aber abgesehen davon, dass ich Schokolade wirklich liebe, ist es nun offiziell:
ICH HASSE DIE KOLUMBIANISCHE POST!

Solltet euch jemals der Gedanke kommen „Hey, heute schicke ich mal ein Paket nach Kolumbien, dass mehr als 2kg wiegt!“ schenkt der Person, welcher ihr etwas schicken wollt, lieber einen Gutschein für 10 Einläufe im städtischen Krankenhaus!
Da es sich bei der kolumbianischen Post um ein privates Unternehmen handelt, ärgere ich mich schon gar nicht mehr über die generellen Extragebühren, die man als Empfänger für ein Paket aus dem Ausland mit mehr als 2kg zahlen muss. Aber die Bürokratie, die hier aus angeblichen Sicherheitsgründen betrieben wird, kommt sehr nah an die 8. Aufgabe von Asterix und Obelix im Film „Asterix erobert Rom“ ran, in der sie im „Haus, das Verrückte macht“ den Passierschein A38 beantragen müssen.
(„Sie fangen an mich mit Ihrem Hafen zu langweilen!“).

Hier wäre mein Vorschlag, wie man Extrageld verlangen kann, ohne den Kunden an den Rand eines Nervenzusammenbruchs zu bringen:
Man bringt das Paket ganz normal bis in die Zielstadt und ruft den Empfänger an, um ihn zu informieren. (Zusätzlich zur Adresse schreibt man hier auch meist die Telefonnummer auf ein Paket, da das Ausliefern einer Sendung etwas außergewöhnliches darstellt.)
Dann könnte der Kunde mit seinem Ausweis zur Poststelle, die Gebühren bezahlen, sich ausweisen und das Paket bekommen!
Zustellung erledigt! Mit einem Anruf und einem Ausflug in die Stadt
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(Die Möglichkeit, dass man einfach beim Postboten zahlen könnte, der einem das Päckchen nach Hause bringt, ist zu offensichtlich und effizient, um sie auch nur in Betracht zu ziehen!)

Soweit zu meinen Postträumen.
Nun zur Realität:

Nach über 3 Wochen (trotz Luftpostaufschlag) erreicht mich ein Brief der kolumbianschen Post, dass in Bogotá ein Paket für mich bereitliegt. Dieses ist anscheinend für eine „Annehatrin Bauman“. Es ist aber auch schwer fremde Namen korrekt abzutippen!Zumindest haben sie diesmal richtigerweise festgestellt, dass es aus Deutschland und nicht aus den Niederlanden kommt. Um den Brief zu erhalten, muss ich natürlich eine Unterschrift leisten und meine Passnummer angeben! Standardprozedere.
Nun darf ich mit diesem Brief zur darin genannten Bank, um den gewünschten Aufschlag zu zahlen. Falls ihr euch fragt, ob man es auch einfach auf dem Postamt bezahlen könnte: NEIN, das ist natürlich vollkommen unmöglich.
Zuhause angekommen habe ich endlich mal wieder die Gelegenheit mir 30 Minuten lang Warteschleifenmusik und -werbung anzuhören. Werde ich endlich durchgestellt, darf ich der Post mitteilen, dass ich das Geld überwiesen habe.
Eine im voraus nicht zu bestimmende Anzahl an Wartetagen später, hält erneut ein Motorrad vor unserem Haus um mir einen Brief zu bringen. Es versteht sich von selbst, dass auch für diesen Brief eine Unterschrift zu leisten ist. Und mich soll der Blitz treffen, wenn es diesmal ohne Passnummer gehen würde!
Dieser Brief informiert mich diesmal, dass sich das Paket nun in Duitama befindet und ich es abholen kann…… WENN:
- ich eine Kopie meines Ausweises und das Original,
- beide Briefe, die ich erhalten habe, und
- die Überweisungsbestätigung mitbringe.
Vor Ort in der Poststelle muss ich dann nur noch meine Fingerabdrücke abgeben und schon darf ich mein schweres Paket alleine nach Hause schleppen!
Hier haben wir: 2 per Motorrad zugestellte Briefe, 2 Ausflüge in die Stadt und einen langen Anruf! Warum?! Wer meinen vererbten Hang zur gelegentlichen Cholerik kennt, weiss, dass ich mich weder gegenüber dem armen Menschen auf dem Motorrad, noch gegenüber den Bank- oder Postangestellten überaus verständnisvoll gezeigt habe. Sie können zwar nichts für dieses hirnrissige System, arbeiten jedoch zumindest in und mit ihm. Und der Satz „Hasse das System nicht seiner Arbeiter“ ist leider leichter gesagt als getan. Ich meine, ein Blick auf die erstellten Grafiken, die den ganzen Vorgang nochmals veranschaulichen sollen, zeigt doch schon die fehlende Effizienz!
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Warum machen die das? Und viel wichtiger; warum mache ich das mit?

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach und schließt den Kreis meiner kleinen Postgeschichte:
Ich liebe Schokolade!

Gastauftritt bei der kolumbianischen Polizei

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Ohne eine Sekunde zu zögern habe ich im letzten Eintrag von meiner unfreiwilligen Begegnung mit menschlichem Fremdurin berichtet. Trotz meiner demzufolge ziemlich hohen Peinlichkeitstoleranz musste ich heute 2mal überlegen, ob ich euch an dem folgenden Ereignis teilhaben lasse.

Letzten Endes haben der unbestreitbare Unterhaltungsfaktor, die Tatsache, dass ich auch beim 20.mal Anschauen noch Tränen lachen kann und der eher geringe Informationsgehalt mich überzeugt, es doch zu tun.

Hier also der aktuelle Imagefilm der kolumbianischen Polizei, bei dem Moritz und ich in Cartagena als Statisten mitwirken durften. Man findet unsere unglaubliche schauspielerische Leistung circa bei Sekunde 45.
Gut, dass ich nie mit dem Gedanken an eine Karriere als Schauspielerin gespielt habe. Das wäre eindeutig nach hinten losgegangen!
Wohingegen Moritz den orientierungslosen Touristen darstellen konnte, ohne auszusehen als hätte man ihm eine Gehirnhälfte entfernt. Naja, zumindest flattern meine Haare im Wind!

Enjoy it:

P.S. Ganz wichtig in diesem Video: Die Pferde und natürlich das Mädchen, welches unter Wasser winkt!